Montag, 19. Mai 2008
Gelungener Saisonstart der Tennisdamen

Pressespiegel Vom 19.05.2008
Wiesbadener Kurier

WIESBADEN Genauso hatten sich die Damen des Wiesbadener THC den Start in die neue Tennis-Saison vorgestellt. Am ersten Spieltag der neuen Medenrunde besiegten die Nerotalerinnen in der Gruppenliga die TSG Darmstadt mit 17:4.

 
Von

Manfred Schelbert

Simone Stöhr wirft so schnell nichts um. Zwei Bandscheibenvorfälle hatte die 25-Jährige in der letzten Zeit. Am Mittwoch gesellte sich schließlich noch ein Hexenschuss dazu. Beschwerden, die die allermeisten Sportler zumindest kurzfristig aus der Bahn werfen würden. Nicht jedoch die Mannschaftsführerin der Gruppenliga-Damen des Wiesbadener THC. Die klebt sich ein ABC-Wärmepflaster auf den Rücken, schnappt sich ganz einfach ihren Tennisschläger und erteilt ihrer Gegnerin Stefanie Bastian aus Darmstadt beim 6:2, 6:2-Erfolg erst einmal eine kleine Lektion. "Das ging besser, als ich dachte", war der Nummer zwei im Team des Gruppenligisten die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.

Damen-Tennis beim Wiesbadener THC, das ist in den letzten Jahren so eine Geschichte für sich. Seit dem Abstieg aus der Hessen- und später auch aus der Verbandsliga startet man Jahr für Jahr im Nerotal einen Neuanfang, versucht wieder den Fahrstuhl in höhere Gefilde zu besteigen. Bisher vergeblich. Auch im letzten Jahr schrammte man nur hauchdünn an der Meisterschaft und dem Aufstieg in die Verbandsliga vorbei. Prognose für dieses Jahr: Es könnte klappen mit der Rückkehr in die zweithöchste hessische Klasse.

"Die Verbandsliga, das ist unsere Kragenweite", legt sich denn auch WTHC-Sportwart Wolfgang Kehder fest. Höhere Klassen seien heutzutage kaum zu finanzieren. Schon gar nicht bei den Damen. "Denn gerade bei den Damen ist es ungeheuer schwer, eine vernünftige Mannschaft auf die Beine zu stellen", erläutert Kehder.

Das aktuelle Gruppenliga-Team scheint seinen Sportwart hier allerdings Lügen zu strafen. "Bei uns stimmt es sportlich und menschlich", gibt Simone Stöhr denn auch brav zu Protokoll. Gemeinsam mit Neuzugang Leska Maier gehört die 25-Jährige zur Fraktion der Erfahrenen im Team. Daneben gibt es mit der 17-jährigen Lana Macukat, der 19-jährigen Julia Baumgart und der noch ein Jahr älteren Margarete Heidelin drei Youngster im Kader.

Bleibt noch die neue Spitzenspielerin. Die heißt Dora Kiss, ist 22 Jahre alt und Ungarin. Direkt aus Budapest war die Magyarin am Freitag nach Frankfurt-Hahn eingeflogen, wurde dort von der neuen Mannschaftsbetreuerin Ingrid Metzner höchstpersönlich abgeholt. "Ich bin sozusagen das Mädchen für alles hier", beschreibt Ingrid Metzner ihre neue Tätigkeit. In der Hauptsache sieht sie sich allerdings als Psychologin gefordert. "Gerade Mädchen brauchen viele verbale Streicheleinheiten." Und wie zum Beweis für diese These spricht sie wenig später Margarete Heidelin Mut für die weitere Begegnung zu.

Dora Kiss macht derweil keinen Hehl daraus, dass es ihr im Nerotal gefällt. "Tolle Anlage hier." Auch Wolfgang Kehder ist von seinem neuen Juwel sehr angetan. "Sie ist eine absolute Bereicherung für unsere Mannschaft", findet der WTHC-Sportwart. Der 6:3, 6:0-Erfolg der Ungarin im Spitzeneinzel gegen Simone Nesnidal spricht Bände.

Dass das sportliche Niveau im Team stimmt, dafür haben die beiden Trainer Christopher Scheidt und Pavel Gerla in den letzten Wochen gesorgt. Akribisch haben beide das Damen-Team auf die neue Saison vorbereitet. Die Tabellenführung schon nach dem ersten Spieltag ist der Lohn dafür. Und Simone Stöhr ist überzeugt davon, dass der Aufstieg in diesem Jahr gefeiert werden kann. "Das packen wir!"

Neben Dora Kiss und Simone Stöhr punkteten gegen Darmstadt noch Lana Macukat und Julia Baumgart sowie in den Doppeln Baumgart/Kiss, Macukat/Heidelin und Maier/Stöhr.



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