| Mittwoch, 27. Februar 2008 | ||
| 3. Abstieg der Herren in Folge | ||
Pressespiegel Wiesbadener Kurier Nach drei Abstiegen wagt das Hockey-Team in der Oberliga den Neuanfang
WIESBADEN Seit dem vergangenen Wochenende steht der Abstieg der Hockey-Herren des WTHC aus der Zweiten Regionalliga fest. Der Traditionsverein rutschte damit direkt aus der Zweiten in die Oberliga durch, die Hoffnung im Nerotal ruht nun auf den Nachwuchsspielern. Felix Hooß Markus Schröder muss selbst noch einmal genau nachrechnen: "Das ist ja wirklich noch nicht so lange her", sagt der Mittelfeldmann des WTHC. Zwei Jahre - um genau zu sein - sind vergangen, seit die Hockey-Herren des Wiesbadener Tennis- und Hockey-Clubs in der Halle noch Zweite Bundesliga spielten. Wer lange genug im Archiv auf der Internetseite des Clubs wühlt, findet noch Spielberichte aus der Zeit, die gar nicht so lange zurück liegt. 200 Zuschauer erlebten das letzte Zweitliga-Duell des WTHC gegen Böblingen unter dem damaligen Trainer Gerrit Rothengatter; Ex-Bundesligaspieler Christian Kösling, mittlerweile Trainer der Wiesbadener Damen, war einer der namhaften Akteure. Es folgte der Abstieg in die Regionalliga und damit der freie Fall: Zunächst Zweite Regionalliga, nach dem nunmehr dritten Abstieg in Serie schwingen die Nerotaler künftig in der Halle nur noch in der Oberliga den Schläger. Ein Punkt aus bislang 13 Spielen, "das macht niemandem Spaß. Man geht schon mit einer negativen Einstellung in die Spiele", sagt Schröder. Schröder gehört beim WTHC inzwischen fast zum Inventar, hat "die Aufs und Abs" alle miterlebt und klingt nicht einmal resignierend, wenn er sagt: "Wir sind wieder da, wo wir mal herkamen." In der fünften Spielklasse will der WTHC künftig einen Neuanfang wagen. In der Feldrunde, die am 19. April fortgesetzt wird, spielt das Team noch Zweite Regionalliga, hier soll zunächst der Klassenerhalt gesichert werden. Dazu wird ein neuer Trainer gesucht, nachdem Spielertrainer Christian Liedgens zwischenzeitlich für einen Auslandsaufenthalt abgewandert ist. "Man müsste den Schritt machen, einen hauptamtlichen Trainer zu engagieren, der auch die sportliche Leitung übernimmt", fordert Markus Schröder. Rothengatter hatte das Team damals mit professionelleren Strukturen zum Erfolg geführt und bundesligaerfahrene Leute geholt. Doch gerade im Hockeysport, in dem klassischerweise viele Studenten und Leute mit hoch qualifizierter Berufsausbildung zu Hause sind, sind die Zeiten hart und die Abwanderungswellen groß: "Wiesbaden ist da als Nicht-Uni-Stadt problematisch", weiß Markus Schröder. "Aus der früheren ersten Mannschaft wohnt ja gar keiner mehr hier." Schröders Bruder Christian etwa, langjähriger WTHC-Recke, arbeitet mittlerweile schon lange für die Nasa in den USA - nur ein Beispiel für die Völkerwanderung der Hockeyspieler. Bleibt der eigene Nachwuchs, der im Jugendbereich schon oft große Erfolge feiern konnte. Viele junge Spieler mussten früh Verantwortung in der ersten Herrenmannschaft übernehmen, "die Oberliga bietet erstmals die Möglichkeit, den Jungs Spaß zu bringen", sagt Schröder. "Das Potential ist definitiv da, wir müssen erst mal den Glauben an den Sieg wiederfinden." Zunächst steht eine aufreibende Feld-Rückrunde an, danach kann zumindest in der Halle der Neuanfang losgehen. Routinier Markus Schröder will in jedem Fall dabei sein, er sieht die kommende Saison positiv: "Wir sind inzwischen eine sehr ausgeglichene Mannschaft. Vielleicht kann das ja zu unserer Stärke werden."
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